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Eine Supernova vom Typ II tritt am Ende des "Lebens" eines massereichen Sterns auf, wenn er seinen Kernbrennstoff komplett verbraucht hat. Mit massereichen Sternen sind hierbei Sterne gemeint, die
eine genügend große Anfangsmasse besitzen, um die verschiedenen Fusionsketten bis hin zur Synthetisierung von Eisen zu durchlaufen (Je nach Modellrechnung ergeben sich dabei Anfangsmassen von dem acht bis zehnfachhen der Sonnenmasse).
So setzt, nach dem der Wasserstoff in dem Kern des Sternes zu Helium fusioniert ist, eine weitere Fusionsstufe ein, der Drei-Alpha-Prozess, im Helium über das Zwischenprodukt Beryllium zu Kohlenstoff fusioniert. Dies wird möglich, da der Stern durch den in dem Inneren wegfallenden Gegendruck zusammenzufallen beginnt, wobei sich Temperatur und Druck erhöhen. In der nächsten Fusionsstufe entsteht Sauerstoff. Dabei wird wieder Energie frei, welche den Stern von Innen mit Gegendruck versorgt und so den Zusammenfall aufhält. Weitere Fusionsstufen lassen den Stern weiter schrumpfen und so stets neue Elemente fusionieren. So folgen zu dem Beispiel die Fusion zu Neon, Aluminium, Calcium, Titan und zu dem 26. Element Eisen. Die Fusion von Eisen zu dem nächsten Element Cobalt bringt keinen Energiegewinn mehr. Die Fusion von einem zu dem anderen Element geht dabei stets schneller vonstatten. Während ein Stern Milliarden von Jahren brauchen kann, seinen Wasserstoff zu Helium umzuwandeln, benötigt die folgende Umwandlung von Helium in Lithium "nur" noch einige Millionen Jahren. Die Dauer der letzten Stufe, in der Mangan nach Eisen gewandelt wird, lässt sich in Sekunden messen. Die Geschwindigkeit, mit der ein Stern den Brennstoff in seinem Inneren umsetzt, hängt vom Druck ab, der auf seinem Kern lastet und durch die Gravitation verursacht wird. Eine wichtige Konsequenz dieses Zusammenhangs ist, dass ein Stern aus Schichten besteht, in denen nach außen hin die Umsetzungsgeschwindigkeit abnimmt. Auch wenn in dem Kern schon das Heliumbrennen einsetzt, verbrennen die Schichten darüber noch Wasserstoff.
Die absolute Fusionsgeschwindigkeit in dem Kern steigt mit zunehmender Sternenmasse exponentiell an. Während ein Stern mit einer Sonnenmasse ca 10 Mrd. Jahre benötigt, um die Fusionskette in seinem Kern bis zu dem Erliegen zu bringen (Silizium, Neon, Sauerstoff), liegt die Lebenszeit extrem schwerer Sterne mit etwa 100 Sonnenmassen ca. noch in der Grössenordnung von einigen Mio. Jahren.Das Eisen (die Asche des nuklearen Brennens) sammelt sich im Kern des Sterns. Sterne, in denen Eisen durch Fusion synthetisiert wird, erzeugen stets einen Eisenkern, dessen Masse die Chandrasekhar-Grenze eines Eisenkerns überschreitet. Im Falle eines Eisenkerns im Vorläufer einer Typ II Supernova liegt die Grenzmasse bei ca.0.9 Sonnenmassen.
Der entstehende Eisenkern überschreitet also die Grenzmasse und besitzt daher keine stabile Konfiguration. Der resultierende Kollaps des Zentralgebiets wird vornehmlich von zwei Prozessen unterstützt und beschleunigt.
Erstens werden durch hochenergetische Strahlung Eisenkerne mittels Photodisintegration zerstört. Dabei entstehen alpha-Teilchen und Neutronen. Zweitens werden freie Elektronen durch Protonen aufgefangen. Dabei entstehen weitere Neutronen und Neutrinos werden freigesetzt (J. Cooperstein and E. A. Baron, 1990).
Der Kollaps des Zentralgebiets geschieht so schnell, dass die Einfallgeschwindigkeit bereits in 20 bis 50 km Abstand zu dem Zentrum die lokale Schallgeschwindigkeit des Mediums übersteigt. Die inneren Schichten können ca. aufgrund ihrer großen Dichte die Druckinformation schnell genug transportiern. Die äußeren Schichten fallen als Schockwelleins Zentrum.
Sobald der innere Teil des Kerns Dichten auf nuklearen Niveau erreicht besteht er bereits fast vollständig aus Neutronen. Neutronen besitzen ebenfalls eine Chandrasekhar-Grenze (je nach Modell ungefähr 2.7 bis 3 Sonnenmassen). Diese wird von dem Neutronenkern jedoch nicht überschritten. Der Einfall wird gestoppt. Dies bewirkt eine gigantische Druckerhöhung in dem Zentrum. Diese Druckinformation läuft nun wiederum nach außen. Die Druckwelle erreicht rasch Gebiete mit zu kleiner Schallgeschwindigkeit, die sich noch in dem Einfall befinden. Es entsteht eine weitere Schockwelle, die sich jedoch nun nach außen fortbewegt. Das von der Schockfront durchlaufene Material wird sehr stark zusammengepresst, wodurch das Material sehr hohe Temperaturen erlangt (Bethe, 1990).
Die extrem stark erhitzten Gasschichten erbrüten dabei sämtliche schweren Elemente jenseits des Eisens, wie zu dem Beispiel Kupfer, Germanium, Silber, Gold oder Uran. Alle auf Planeten vorhandenen Elemente jenseits des Eisens stammen aus solchen Supernovaexplosionen.
Hinter der Schockfront dehnen sich die erhitzten Gasmassen unglaublich schnell aus. Das Gas gewinnt nach außen gerichtete Geschwindigkeit und die Gasmassen werden in der Supernovaexplosion abgesprengt. Die Hülle der Supernova erreicht dabei Geschwindigkeiten von der Größenordnung von Millionen Kilometern pro Stunde.
Das dargelegte Szenario beruht auf einem weitgehenden Konsens in der Wissenschaft, dass Supernovaexplosionen von
massereichen Sternen grundsätzlich so ablaufen. In detaillierten Rechnungen zeigt sich jedoch, dass mit der bisher benutzten Physik zu viel Energie von der nach außen laufenden Schockwelle verbraucht wird. Als Korrektur wurden noch die Neutrinos als zusätzliche Energie- und Impulsquelle betrachtet. Normalerweise wechselwirken Neutrinos mit Materie so gut wie nicht. Jedoch bestehen in der Schockfront so hohe Dichten, dass die Wechselwirkung der Neutrinos mit der Materie nicht mehr vernachlässigt werden kann. Dies hat zwar die Modellierungen verbessert, jedoch gibt es noch kein geschlossenes funktionierendes, physikalisches Modell einer Supernovaexplosion, dem allen sich damit beschäftigenden Wissenschaftlern zustimmen würden.
Eine Supernova in der Nähe belebter Planeten (Umkreis circa 50 Lichtjahre) hätte aufgrund der Strahlung verheerende Auswirkungen auf das dortige Leben.
Die Form des Überrestes, der von dem Stern zurückbleibt, hängt von dessen Masse ab. Nicht die gesamten äußeren Schichten werden bei der Supernovaexplosion fortgeschleudert. Das zurückbleibende Gas akkretiert auf den Überrest in dem Zentrum.
Dieser Überrest besteht bereits fast vollständig aus Neutronen, das nachfallende Gas wird durch oben genannt Prozesse ebenfalls zu Neutronen zerlegt, so dass ein Neutronenstern ensteht.
Wird der Stern durch das nachfallende Material noch schwerer (mehr als etwa 3 Sonnenmassen), so kann die Gravitationskraft auch den durch das Pauli-Prinzip bedingten Gegendruck überwinden, der in einem Neutronenstern die Neutronen gegeneinander abgrenzt und diesen so stabilisiert (siehe Entartung). Der Sternenrest stürzt endgültig zusammen und bildet dann ein Schwarzes Loch, aus dessen Schwerkraftfeld keine Signale mehr entweichen können. Neuere Beobachtungen legen die Vermutungen nahe das es eine weitere Zwischenform gibt, die sogenannten Quarksterne, deren Materie aus reinen Quarks aufgebaut ist.
Neutronensterne rotieren häufig mit sehr hoher Geschwindigkeit, da der Drehimpuls des ursprünglich auf kernnahen Bahnen von Mio km Radius rotierenden Materials erhalten bleibt, wenn es zu einen Neutronenstern mit ca. 10km Durchmesser kollabiert. Als anschauliches Beispiel für den Mechnismus ist eine Eiskünstläuferin anzuführen, die bei einer Pirouette ihre Arme an den Körper zieht und ihre Drehung dadurch beschleunigt. So ist es möglich, dass sich Neutronensterne bis zu 1 Tausend mal in der Sekunde drehen.
Durch die hohe Drehgeschwindigkeit baut sich gleichzeitig ein Magnetfeld auf, welches mit den Teilchen des abgestoßenen Gasnebel in Wechselwirkung tritt und so von der Erde aus registrierbare Signale erzeugt. In dem Falle von Neutronensternen spricht man dabei von Pulsaren.== Supernovae vom Typ II-L und II-P ==
Supernovae vom Typ II werden noch weiter unterschieden. Diese weitere Unterteilung richtet sich nachdem Kriterium, ob die Helligkeit der Supernova mit der Zeit eher linear abnimmt (Typ SN II-L) oder während des Abklingens eine Plateau-Phase durchläuft (Typ SN II-P).
Die Spitzenwerte der absoluten Helligkeiten zeigen bei SN II-P eine breite Streuung, während die meisten
SN II-L fast gleiche Maximalhelligkeiten besitzen.
Die Existenz von Plateauphasen wird dadurch erklärt, dass die ausgestoßene Masse und damit die Geschwindigkeit der Hülle der Supernova sehr groß ist. Der Rückgang der Helligkeit aufgrund der Abkühlung wird durch die rasche
Ausdehnung der Hülle wegen der dadurch vergrößerten Oberfläche kompensiert und die Lichtkurve
wird durch ein Plateau beschrieben. Die maximalen Helligkeiten hängen dabei vom Radius des Vorgängersterns
ab, wodurch die große Streuung in den Maximalhelligkeiten der SN II-P erklärt wird.
Supernovae vom Typ II-L haben kleinere Expansionsgeschwindigkeiten, so dass ihre Helligkeit bereits in frühen Stadien von radioaktiven Prozessen bestimmt wird. Dadurch tritt eine kleinere Streuung der Maximalhelligkeiten auf (Young, Branch, 1989).== Typ Ib und Ic ==
Supernovae vom Typ Ib oder Ic sind ebenfalls Explosionen von Sternen am Ende ihrer reaktiven Zeit. Bei denen vom Typ Ib ist vor der Explosion die Wasserstoffhülle abgestoßen worden, so dass bei der Explosion keine Spektrallinien des Wasserstoff beobachtet werden. Der Explosions-Typ Ic tritt auf, wenn zusätzlich noch die Heliumhülle des Sterns abgestoßen wurde, so dass auch keine Spektrallinien des Heliums auftreten. Auch bei diesen Explosionen bleibt ein ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch zurück.
Abgesehen von den abgestoßenen Hüllen verhalten sich Supernovae vom Type Ib und Ic ähnlich wie die vom Typ II.
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